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Wie dein Nervensystem
das deines Kindes beeinflusst

Im Alltag mit Kindern gibt es viele Momente, in denen du spürst, dass dein Kind auf etwas reagiert, das sich nicht sofort erklären lässt, weil die Situation an sich vielleicht ruhig ist, dein Kind jedoch unruhig wird, sich zurückzieht oder plötzlich emotional reagiert. Was dabei oft übersehen wird, ist, dass Kinder nicht nur auf das reagieren, was sichtbar passiert, sondern vor allem auf das, was sie in ihrem Umfeld fühlen.

Die unsichtbare
Verbindung
zwischen euch

Das Nervensystem deines Kindes entwickelt sich nicht unabhängig, sondern in enger Verbindung mit dir als Bezugsperson, wodurch dein eigener Zustand eine direkte Wirkung auf dein Kind hat, auch dann, wenn du versuchst, nach außen ruhig zu wirken. Diese Verbindung wird unter anderem durch die Spiegelneuronen erklärt, die dafür sorgen, dass dein Kind unbewusst deinen inneren Zustand wahrnimmt und nachbildet. Das bedeutet, dass dein Kind nicht nur sieht, wie du bist, sondern es innerlich spürt.

Warum dein Zustand entscheidend ist

Wenn dein Nervensystem ruhig ist, überträgt sich diese Ruhe auf dein Kind, wodurch es sich sicherer fühlt und leichter regulieren kann. Wenn du hingegen innerlich angespannt bist, wird diese Spannung ebenfalls wahrgenommen, auch wenn du äußerlich ruhig erscheinst. Die Polyvagal-Theorie beschreibt genau diesen Mechanismus, denn dein Nervensystem sendet kontinuierlich Signale darüber, ob Sicherheit oder Unsicherheit besteht, und dein Kind orientiert sich an diesen Signalen.

Dein Kind reagiert nicht nur auf das, was du tust.
Es reagiert vor allem auf das, was du fühlst.

Was das für deinen Alltag bedeutet

Viele Eltern versuchen, ihr Kind über Worte zu beruhigen oder Situationen logisch zu erklären, doch in Momenten von Stress oder Unsicherheit wirkt Sprache nur begrenzt, weil das Nervensystem deines Kindes in diesem Zustand keine logischen Informationen verarbeitet. Was stattdessen wirkt, ist dein eigener Zustand.


Wenn du beginnst, dich selbst zu regulieren,
veränderst du automatisch die Dynamik zwischen dir und deinem Kind.

Konkreter Impuls

Bevor du versuchst, dein Kind zu beruhigen, richte deine Aufmerksamkeit kurz auf dich selbst:

Wie ist deine Atmung?

Wie fühlt sich dein Körper an?

Wie ist dein innerer Zustand?

Schon kleine Veränderungen, wie eine bewusst verlangsamte Atmung oder ein entspannter Körper, können eine große Wirkung haben.

Warum das langfristig so wichtig ist

Über die Bindungstheorie wissen wir, dass Kinder durch wiederholte Erfahrungen lernen, sich selbst zu regulieren, indem sie zunächst durch ihre Bezugsperson reguliert werden. Das bedeutet, dass dein Kind durch dich Schritt für Schritt lernt, mit seinen eigenen Gefühlen umzugehen.

Dein Zustand ist der größte Hebel. Er zeigt deinem Kind, ob die Welt gerade sicher ist. Erst wenn du ruhig wirst, kann dein Kind es auch werden.